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Nein, es sind nicht die Rauchzeichen irgendwelcher Eingeborenenstämme, die man aus dem Flugzeug wahrnimmt, lange bevor die Insel selbst in Sicht kommt. Es ist die stetig wehende Rauchfahne, die der Ätna, einer der berühmtesten aktiven Vulkane der Erde, in den Himmel über Sizilien schickt - als untrügliches Zeichen dafür, dass es in seinem Inneren immer noch brodelt. Dabei ist der Gipfel des über 3300 Meter hohen Berges fast ein halbes Jahr lang mit Schnee bedeckt.

Oben Eis, unten hieß - kürzer lässt sich der Ätna wohl nicht charakterisieren. Der Gedanke, "los gehen" könnte, soll Sie aber ebenso wenig von einem Besuch der größten Insel im Mittelmeer abschrecken wie all die Völker, die seit Menschengedenken Sizilien be- und zum Teil auch heimgesucht haben. Die eigentliche Entwicklung Siziliens geht einher mit dem Auftauchen der Phönizier, rund 900 v. Chr. Ihnen folgten die Griechen, die als erstes Noxos, wenig später Catania und Syrakus gründeten. Schnell wuchsen die Siedlungen zu mächtigen Städten heran, aus denen Gutes hervorkam, deren Tyrannen aber auch erbitterte Kriege führten. All dem standen die Römer und die, die nach ihnen kamen, in nichts nach.

Und gäbe es die Mafia nicht, wäre Sizilien heute womöglich eine Insel der Glückseligen. Doch die tiefen Wunden, die die untereinander verfeindeten Clans sich selbst und dem Staat schlugen, scheinen langsam zu heilen. Gut so, denn die Insel hat so viel Schönes zu bieten: üppige Wein- und Zitronengärten auf der fruchtbaren Lavaerde rund um den Ätna, weiter südlich verkarstete Hochflächen, die von tiefen Schluchten zerfurcht sind, aber auch lange, von dichten Laubwäldern bewachsene Bergketten entlang der Nordküste, die im herrlichen Naturpark der Madonie-Berge Höhen bis zu 2000 Meter erreichen. Sie schirmen das Inselinnere von den feuchten Nord- und Westwinden ab; entsprechend trocken ist es dort. Hier und da in den weiten Mohn- und Weizenfeldern versteckt sich ein kleines Dorf - Bilderbuchlandschaften en masse.

Und natürlich eine faszinierende Küstenlinie: kleine Buchten und lange Dünenstrände vor einem tiefblauen Meer, dass für Wassersportler und Badeurlauber gleichermaßen ideale Bedingungen bietet. Und nicht nicht zu vergessen die Liparischen Inseln, 20-40 km vor der Nordküste Siziliens und eine Welt für sich. Ihr vulkanischer Ursprung ist noch überall spürbar, vor allem aber auf Insel Stromoboli.

 

Die Anreise:

Umfangreiches Flugangebot ab vielen deutschen Flughäfen nach Palermo und Catania (sowohl Charter- als auch Linienflüge).

Sehenswertes:

Überall auf Sizilien finden sich erstklassig erhaltene Zeugnisse aus der Antike wie auch aus späteren Epochen, als sich u.a. Araber und Normannen, Staufer, Spanier und Franzosen die Insel gegenseitig machten. Wunderschöne Fußbodenmosaike in Piazza Armerina, mächtige normannische Kirchenbauten in Cefalú oder Palermo, mittelalterlich geprägte Städtchen wie Érice, sehenswerte Barockbauten in Ragusa und natürlich die prächtigen griechischen Tempel und Theater in Syrakus und Agrigent, Taormina und Segesta - wohin man auch kommt, überall atmet man Geschichte.

Feste und Veranstaltungen:

Im katholisch geprägten Sizilien wird die Karwoche mit ausgelassenen Festen und farbenprächtigen Umzügen gefeiert; eher heidnischen Ursprungs ist das Mandelblütenfest im Tal der Tempel bei Agrigent (Anfang Februar). Taormina beweist seine Kunstbeflissenheit mit Film- und Musikfestivals während des ganzen Sommers; Opern- und Ballettaufführungen finden auch in Syrakus statt. Im Herbst werden vielerorts Erntedankfeste geleiert.

Speisen und Getränke:

Sizilien ist nicht Italien. Gut, Pasta ist natürlich ein elementarer Bestandteil der Küche, vor allem als erster Gang. Für das Auge gewöhnungsbedürftig sind aber die "pasta con le seppie" in pechschwarzer Tintenfischsauce. Als Hauptspeise wird meist Fisch serviert, etwa gegrillte Schwert- oder Thunfischsteaks, und abschließend gibt es häufig Früchte der Saison, mal saftig-echt, mal als "pasta reale" (Marzipanobst). Sizilianischer Wein ist besser als sein Ruf, und ein "vergine" aus Marsala hält mit (fast) jedem Sherry oder Portwein mit.

 



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