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In der Toscana, in Rom oder spätestens an der Amalfiküste enden für viele Italienreisende die Kenntnisse über dieses faszinierende Reise- und Ferienland. Schade. Denn was Italien im Südosten des Stiefels an landschaftlichem Reichtum und kulturellen Eigen- und Besonderheiten zu bieten hat, hätte gewiss mehr Beachtung verdient. Gut, Apulien, die Region zwischen Sporn und Absatz, liegt vergleichsweise weit entfernt, doch sind's mit dem Flieger nur etwa drei Stunden bis Brindisi. Und von dort gelangt man dann über gut ausgebaute Verkehrswege schnell und problemlos zu den touristisch interessanten Orten. Über mehr als 800 km erstreckt sich der Küstensaum Apuliens - vom Gargano, dem gebirgigen Sporn, der mit seinen dichten Wäldern, reizvollen Orten, malerischen Badebuchten und bizarren Grotten weit in die Adria hineinragt, bis zum Capo Santa Maria di Léuca an der Südspitze der Halbinsel Salento, wo Adriatisches und lonisches Meerzusammentreffen, und an der Westseite des "Absatzes" schließlich wieder hinauf bis in den Golf von Taranto. Dazwischen liegen Landstriche mit typischer Mittelmeervegetation, aber auch fruchtbare Ebenen, deren Erzeugnisse - v.a. Wein, Olivenöl, Obst und Getreide - weit über die Region hinaus geschätzt werden. Und wie im Norden, so findet, man auch im Süden Apuliens herrlicher Sandstrände im Wechsel mit felsigen, verschwiegenen Buchten. Das kristallklare, smaragdfarbene Meer lässt tief blicken - hier fühlen sich Wassersportler aller Art in ihrem Element. Freilich: Die Umgebung der größeren Städte sollten Badeurlauber besser meiden. Dafür bieten Bari, die Hauptstadt der Region, wie auch Brindisi, Taranto und die ca. 10 km landeinwärts gelegene Barockstadt Lecce eine erstaunliche Vielfalt an kulturellen Schätzen. Wer hat hier nicht alles seine Visitenkarte hinterlassen: Griechen, Römer, Byzantiner, Normannen, Staufer, Spanier und viele Mehr. Selbst in den malerischen Kleinstädten, wie Ostuni, Martina Franca, Otranto oder Gallipoli, begegnet man ihrem Erbe. Darüber hinaus begeistern viele der kleineren Orte mit mediterranem Flair, lebhaften Plätzen, engen Gässchen und weißen Häusern mit üppigem Blumenschmuck. Le Puglie - diese im Plural angewendete Bezeichnung Apuliens - verdeutlicht die ungeheure Vielfalt dieser vom Meer umschlungenen, von der Sonne verwöhnten und von Menschen mit viel Herzlichkeit geprägten Region im Süden Italiens, dem Mezzogiorno. | | DIE ANREISE: Tägliche Linienflugverbindungen ab vielen deutschen Flughäfen nach Brindisi und Bari | | SEHENSWERTES: Das Mitte des 13. Jh. unter dem Stauferkaiser Friedrich Il. errichtete Jagdschloss Castel del Monte im Hinterland westlich von Bari gilt als das berühmteste Bauwerk der Romantik in ganz Italien. Es wurde ebenso zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wie die einzigartigen Trulli - kegelförmige und in Trockenbauweise errichtete Rundbauten mit einem "Zipfelmützendach" - im schmucken Ort Alberobello nördlich von Taranto. |
Nicht weit davon entfernt beeindruckt ein von der Natur geschaffenes Bauwerk: die Tropfsteinhöhle Grotta di Castellana ist eine von vielen Karsterscheinungen der Gegend. Eine Besonderheit Apuliens sind auch die Masserien - ehemalige Gutshäuser, die umfassend restauriert und zu Charakteristischen, mitunter luxuriösen Gasthäusern umgestaltet wurden. FESTE UND VERANSTALTUNGEN: Typisch für Apulien sind die "Feste di Fuoco", die Karnevalsumzüge (z.B. in Gallipoli) sowie unzählige historische und religiöse Feierlichkeiten, wie die "Festa Patronale" Anfang Mai in Bari, das Musikfestival Mitte Juli in Martina Franca oder das Fest zu Ehren der Schutzheiligen von Lucce Ende August. SPEISEN UND GETRÄNKE: Das Olivenöl (extra vergine) ist mit dem Getreide das bekannteste Anbauprodukt Apulines. Viele Landgüter bieten es im Direktverkauf an, meist mit dem Qualitätsmerkmal D.O.P. Natürlich ist auch Pasta in aller Munde. Charakteristisch sind die runden Öhrchennudeln ("orecchiette"). Grundlage für das Hauptgericht - ob gegrillt, frittiert oder überbacken - ist oft fangfrischer Fisch, aber auch allerlei Meeresgetier. In den Küstenorten des Gargano kann man sogar frische Austern schlürfen. Lassen Sie sich überraschen, mit was man alles Teigtaschen oder Reisbällchen füllen kann. Als Beilagen gibt's oft köstlich eingelegtes Gemüse (auch als Souvenir beliebt) und zu guter Letzt die typischen Gebäckkringel "Taralli". Apuliens Weine, vor allem der leichte Weißwein von Locorotondo, gehören mit zum Besten, was Italien zu bieten hat. Die roten sind von hohem Alkoholgehalt und v.a. als Betthupferl wärmstens zu empfehlen!. Die D.O.C.- Weine und die Weingüter, die sie produzieren, können auf verschiedenen Weinstraßen angefahren und besucht werden. Apulien, an der äußersten südlichen Grenze Europas, mitten im Mittelmeerraum gelegen und nach Osten hin ins Meer vorgestreckt, war seit jeher dank seiner geographischen Lage, seiner vorwiegend ebenen Landschaft und seinem besonders günstigen Klima ein ideales Gebiet in dem sich Natur, Strand- und Badefreuden in wunderbarer Weise mit der Kultur verbinden lassen. Eine Kultur und Geschichte, tief gezeichnet von der Präsenz der Griechen, Römer, Byzantiner, Araber, Normannen, Franken, Spanier und anderer Völker, die unauslöschliche Spuren ihres Aufenthalts hinterließen. Besonders typisch für Apulien sind die ,,Trulli", aus Stein und Lehm erbaute, runde Spitzdachhäuser. Auf einer Höhe von ca. 250m liegt Ostuni, ,,la citta bianca", majestätisch auf einem Hügel. Am Fuße der Hügel spenden jahrhundertealte Weingärten dem darunter liegenden Flachland kühlenden Schatten. Nicht weit davon blitzt bereits das Blau der Adria: ruhig und glasklar, unendliche goldene Sandstrände, kleine Buchten. Ein landschaftliches Juwel ist das Gargano, das praktisch den ,,Stiefelsporen" darstellt. Vieste befindet sich an der äußersten Spitze der Halbinsel und begeistert durch seine gut erhaltene Altstadt mit rund 20.000 Einwohnern. Sie wird nach Norden und Süden hin eingerahmt von zahlreichen kleineren und größeren feinsandigen Badebuchten. Im Hinterland ca. 10.000 ha jahrhundertealter Buchen- u. Eichenwald.
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